Rechtsanwaltskanzlei Özkan

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Rechtsanwalt Özkan
Honorar

Die wichtige Frage, wer die Gebühren oder das Honorar des beauftragten Rechtsanwalts zu übernehmen hat, ist meistens einfach zu beantworten, es ist grundsätzlich der Auftraggeber.

Bei bestimmten Fallkonstallationen wie zum Beispiel Schadenserstaz aus unerlaubter Handlung oder in Verzug sein des Schuldners, kann das angefallene Honorar von der Gegenseite beansprucht werden. Nicht zu vergessen ist hierbei das Prinzip des Gebührenrechts, dass die unterlegene Partei die Gesamtkosten trägt, also auch die angefallenen Rechtsverfolgungskosten der Gegenseite, ggfs. auch die Gerichtskosten. Eine Ausnahme hiervon ist im Arbeitsrecht zu verzeichnen, wo die angefallenen Rechtsanwaltsgebühren stets vom Auftraggegber selbst übernommen werden müssen, gleich ob die geltend gemachten Forderungen und Ansprüche durchgesetzt wurden oder nicht. Selbst die Gebühren bei einem Arbeitsgerichtsprozeß der ersten Instanz, hat der Auftraggeber stets persönlich zu tragen, auch wenn er den Rechtstreit gewinnen sollte.

Es empfiehlt sich auf jeden Fall die Kostenfrage mit dem Rechtsanwalt von Anfang an zu erörtern damit spätere Irritationen - ganz gleich auf welcher Seite auch immer - von vorn herein ausgeschlossen sind. Der Rechtsanwalt ist stets bestrebt, das übernommene Mandat gewissenhaft und mit voller Motivation und großen Engagement zu bearbeiten. Ungeklärte Fragen hinsichtlich des Gebührenkomplexes sind da eher störend als dienlich für das erforderliche Vertrauensverhältnis zwischen dem Rechtsanwalt und dem Mandanten, um das anvertraute Mandat für den Mandanten erfolgreich zum Abschluss bringen zu können.

Die weitere sich direkt anschließende und ebenfalls wichtige Frage, wie hoch die Gebühr oder das Honorar ist, ist nicht immer von vornherein zu beantworten. Dies liegt unter anderem daran, dass am Anfang des Mandats häufig die zukünftig anfallenden erforderlichen Tätigkeiten nicht absehbar sind. Die einzelnen Umstände, die für die Gebühren erheblich sind, können sich im laufenden Mandat ändern und entsprechende Handlungen erforderlich machen, die auch Auswirkungen auf die Gebühr nach sich zieht.

Wonach richten sich die anfallenden Gebühren?

Die Rechtsanwaltsgebühren berechnen sich oftmals nach dem Streitwert bzw. dem Gegenstandswert der jeweiligen Angelegenheit. Die Gebühren sind einfacher zu berechnen, wenn es sich zu Beispiel um die Rückforderung eines gewährten Darlehens handelt. Die Rechtsanwaltsgebühren werden dann nach der Höhe des zurück geforderten Darlehens berechnet.

Die Rechtsanwaltsgebühren sind im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) gesetzlich fixiert. Dieses Gesetz regelt die Voraussetzungen und die Höhe der Gebühr, welche die Rechtsanwältin oder der Rechtsanwalt mindestens beanspruchen kann und soll. Von dieser gesetzlichen Regelung kann nach obenhin abgewichen werden, wenn das zu bearbeitende Mandat hinsichtlich der zeitlichen Komponente, der hohen fachlichen Qualifikation und auch den sonstigen besonderen Umständen dermaßen anspruchsvoll ist, das eine angemessene Honorierung der Rechtsanwaltstätigkeit durch das RVG nicht mehr entsprechend erfolgen kann und daher eine Honorarvereinbarung erforderlich wird. Häufig wird eine Honorarvereinbarung bei Mandaten auf dem Gebiet des Strafrechts und des Ausländerrechts geschlossen. Auf jeden Fall wird die Rechtsanwältin oder der Rechtsanwalt dies vorher mit Ihnen besprechen und eine passende Lösung finden.

Verfahrenskostenhilfe bei geringen Einkommen

Sehr oft werden bei Mandaten auf dem Gebiet des Familienrechts wie zum Beispiel Ehescheidung, Trennungs-/ und Kindesunterhalt, Umgangsrecht, Sorgerecht etc. die Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe beantragt. Voraussetzung für die Bewilligung ist im Wesentlichen, dass das Verfahren nicht mutwillig ist und der Antragsteller infolge seiner persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse nicht in der Lage ist, die Verfahrenskosten selber zu übernehmen. Es muss daher neben entsprechender Antragstellung auch diese Situation mittels Einkommens-/ und Ausgabennachweisen Glaubhaft gemacht werden, welche neben dem ausgefüllten und unterschriebenen Formular über die wirtschaftliche und persönliche Situation eingereicht werden. Sprechen Sie Ihren Rechtsanwalt ruhig an, er wird Sie über die Einzelheiten in Kenntnis setzen.

Rechtschutzversicherung

Insbesondere bei allgemeinen Zivil- / und Verkehrssachen könnte eine bereits vorhandene Rechtsschutzversicherung die anfallenden Gebühren - unter Berücksichtigung eines eventuellen Selbstbehalts - übernehmen. Der Rechtsanwalt wird Sie von vornherein auf diese Möglichkeit ansprechen und ggf. das Notwendige veranlassen.

Prozessfinanzierer

Unter besonderen Umständen kann ein Prozess auch mittels eines Prozessfinanzierers geführt werden, wenn zum Beispiel der Mandant keine finanziellen Möglichkeiten hat und auch die Bewilligung von Prozesskostenhilfe ausgeschlossen ist. Auch hierauf sollten Sie den Rechtsanwalt ansprechen.

Was kostet eine Rechtsberatung?

Die Rechtsberatung als solche ist ebenfalls gebührenpflichtig. Bei Verbrauchern beträgt die Höhe der Gebühr bei der Erstberatung maximal € 190,00 zuzüglich 19% Umsatzsteuer, also € 226,10. Die erste telefonische Anfrage, also kurze Problemschilderung ist grundsätzlich kostenfrei, wenn direkt im Anschluss keine rechtliche Beratung erfolgt.

Rechtsberatungsschein

Auch besteht für eine Gebührenübernahme für die anwaltliche Erstberatung die Möglichkeit, beim örtlichen Amtsgericht sich einen Rechtsberatungsschein zur Vorlage beim Rechtsanwalt erstellen zu lassen. Ihr Eigenanteil beträgt dann € 10,00 zuzüglich 19% Umsatzsteuer, also € 11,90. Voraussetzung dafür ist zunächst, dass es sich um ein Rechtsproblem handelt und der Mandant infolge seiner wirtschaftlichen und persönlichen Situation, die er ebenfalls belegen muss, die anfallenden Rechtsanwaltsgebühren bei der Erstberatung nicht selber tragen kann.